Luis Alegre, Enddreißiger und Hochschullehrer für Philosophie, ist Mitbegründer von Podemos, jener neuen Bewegung, die sich nicht weniger als den Sturz der »casta«, der politischen Klasse Spaniens, auf die Fahnen geschrieben hat. …

Alegre, der Ästhetik und Erkenntnistheorie an der Universidad Complutense de Madrid unterrichtet, hat keine Zeit – wie immer in diesen Monaten.  ….

An diesem Nachmittag ist Alegre damit beschäftigt, Vorschläge für die Organisationsstatuten zusammenzutragen. 900 Podemos-Zirkel gibt es im Land, 200 000 eingetragene SympathisantInnen, und über die Internetplattform haben sich Tausende an der konstituierenden Debatte der Partei beteiligt. Es gilt, die Vorschläge so zu synthetisieren, dass über sie abgestimmt werden kann. …
www.neues-deutschland.de/m/artikel/954761.die-absolute-mehrheit-anstreben-um-das-regime-zu-stuerzen.html

Der Artikel im ND schildert die Größen, die vielen Mitwirkenden der spanischen sozialen Bewegungen können wir auch bei uns finden: In Cantina Libres, wie sie in den besetzten Läden gegründet wurden, wo der Wohnungskampf sie erforderte. In München auch im Viertel des Umbruchs …

Die Podemos-GründerInnen gehen von der These aus, dass sich hinter der allgemeinen politischen und sozialen Unzufriedenheit ein antiinstitutioneller Konsens verbirgt. Sprich: Es gibt eine Mehrheit diesseits der politischen Apparate – der Parteien, bürgerlichen Medien und Verbände, aber eben auch der traditionellen Gewerkschaften. Auslöser für diese Repräsentationskrise war die Erfahrung, dass Wahlausgänge immer bedeutungsloser werden, weil die Wirtschafts- und Sozialpolitik im Neoliberalismus sowieso immer dieselbe bleibt. Podemos zog daraus aber nicht den Schluss, dass das institutionelle Terrain bedeutungslos ist, sondern man es stürmen und die Regeln neu definieren muss. Anders ausgedrückt: Soziale Alternativen werden erst dann wieder möglich, wenn eine gesellschaftliche Bewegung die demokratische Neugründung der Politik gegen die bestehenden Institutionen erzwingt.
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Radio Lora München (auf www.lora924.de) berichtet gelegentlich, meist Donnerstag 22 h neben den Nachrichten aus Lateinamerika & Spanien von den Treffen, die auch unsere netten Auseinandersetzungen zur Gentrifizierung bereichern können, dami mehr Kriterien als Ästhetik und Grünplanung in die Diskussion kommen: Haben wir tatsächliche Chancen der Mitwirkung oder haben alle Parteien vor den kaptitalistischen Machenschaften zu viel Respekt?

Der Kopf der Partei, der Journalist und Hochschullehrer Pablo Iglesias, bezeichnet sich selbst als Marxist, betont in derselben Talkshowrunde aber auch, dass Podemos »außerhalb des Links-Rechts-Spektrums« steht. Die Partei beansprucht, »die von unten« (los de abajo) zu repräsentieren, bezieht sich aber auch positiv auf »die Mittelschichten«. Man verteidigt den spanischen Patriotismus gegen die Troika, aber gleichzeitig auch das Selbstbestimmungsrecht der katalanischen und baskischen Bevölkerung sowie eine antirassistische Integrationspolitik.
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zeitengel

Wann die Zeit für demokratisches Bewusstsein in unseren Breiten erwacht, wird sich zeigen, die Stukturen der Menschen in den südamerikanischen Ländern sind zum Teil aus unseren alten Diktaturen-Unterstützungen korrupt und hinfällig, doch geht die Befreiung aus Kolonialsystem und Geldadel weiter, als unsere derzeitige Kriegs-Strategie wahr haben will. Wir werden lernen … und die Kritische Theorie hierzulande kann sich anschließen.