In den Jahren nach 1920 inspirierte die Psychoanalyse das gesamte Kulturleben, die Anatomie hatte die „Nerven“ wie Drahtseile dazu geliefert, die Menschen verstanden manche ihrer eigenen seelischen Zustände besser oder begannen zumindest, darüber zu sprechen.

Eine verworrene politische Situation (der gekränkte Adel, der alte Antisemitismus, das Großkapital) schob ein Parlament vor sich her, beseitigte es und huldigte der einfachen Lösung des Gefreiten, auf und zurück in nationale Gefühle, Kriegsproduktion und Autobahnen: Unser Vater war eifrig mit dem Spaten dabei.

Gleichzeitig gab es eine Frauenbewegung gegen den §218 und für Aufklärung, denn die kirchliche Schulaufsicht hatte ja bis zur Revolution 1918 für Unwissenheit gesorgt. Dass sich danach auch nicht sehr viel änderte, war klar: Wie denn auch? Die Republik und das Frauenwahlrecht blieben zwar, aber der Polizeistaat und die Presselandschaft ebenso.

In den Jahren um 1930 setzten sich Wilhelm Reich, Laura und Fritz Perls und viele andere in der Marxistischen Arbeiterschule Berlin für Aufklärung ein: Die SEXPOL gab in Verbindung mit vielen Frauenverbänden sowohl Beratung als auch Informationsschriften und Präservative weiter, klärte Jugendliche auf und bildete sie zu Beratenden ihrer Gleichaltrigen aus, begleitete sie dabei. http://gestaltleben.wikispaces.com/Ernest+Bornemann

Dann wanderte die jüdische Wurzel und doe politische Seite der Psychoanalyse aus, die Dt. Psychoanalytische Gesellschaft meldete sich „Judenfrei“. Die Dt. Ärzteschaft folgte bald, und die meisten der jüdischen Ärzte landeten, so weit nicht ausgewandert, im Untergrund.

Laura und Fritz Perls gingen nach Südafrika, entwickelten dort ihre Distanzierung zur Couch: Die Arbeit im Gespräch MIT den Menschen, ihren Themen, um ihre Selbstheilung anzuregen,

Paul Goodman war der politische, schriftstellerische Kopf in der Gruppe der Formulierenden: Mit den beiden Perls, Fritz und Laura, und Ralph Hefferline zusammen schreiben sie das erste Kompendium der Gestalttherapy

Paul Goodman hatte in den Jahren um 1950 eine massive Gesellschaftkritik und Schulkrittik der USA verfasst, die leider bis heute weitgehen gültig ist: Growing up ubsurde

in deutsch erschienen als „Aufwachsen im Widerspruch“.

Bis auf einige Projekte der Freien Schulen, ein wenig bei Montessori und Waldorf,  ein paar Projekte Selbstorganisiertes Lernen SOL: Sogar die meisten Elternverbände reagieren gleichgeschaltet als friedliche Schulfamilien, wenn der Selbstlob-Kultusminister kommt.

Doch es gibt einige Schulen, einige Gemeinden, die nicht mehr mitmachen …

Die da, rechts? schon mal Kollegen-Kreise aufmerksam machen, bitte!

https://www.facebook.com/therapievielfaltfuerdeutschland

Was heute fehlt:

  • Eine offensive politische Auseinandersetzung mit den Krankheitsbildern der unkritischen Psychologie, die nach Statistiken rechnet,
  • eine politische Wertung von Therapien und Notwendigkeiten, da für die aktuellen und akuten Fälle von Traumatisierungen bei Asylbewerbenden und Bundeswehrsoldaten ein bischen Tiergestützte Therapie, wie sie der Bundeswehrverband empfiehlt, nicht ausreichen wird. Die Analytiker haben dazu weder ausreichend Kapazitäten noch Kompetenzen anzubieten.
  • Das Bewusstsein für seelische Vorgänge, Kränkungen, Depressionen, Burn Out und Sinnlosigkeit in Kriegszeiten und Desinformation wächst langsam, aber wird wenig systematisch begleitet …